Wilhelm Georg Maxon

 


14. September bis 6. Oktober 2013

Ausstellung der Inselgalerie Gailer GbR in der Städtischen Galerie Rosenheim


Wilhelm Georg Maxon
1894 Bayreuth - 1971 Weisham/Chiemsee


Im Künstleratelier

Für die Entwicklung der Kunst des Chiemgaus im 20. Jahrhundert spielt besonders ein Mann eine große Rolle – die 1894 in Bayreuth geborene Künstlerpersönlichkeit Wilhelm Georg Maxon. Maxon ist kein Revolutionär, der die Dinge neu erfindet. Im Gegensatz zu den vielen Kollegen seiner Zeit steht seine Malerei dem Impressionismus beharrlich antagonistisch entgegen. Und doch ist Maxon in gewisser Weise ein Vorkämpfer. Die Scherben, die der Erste Weltkrieg von der Kunst hinterließ, fügte er 1919 mit der Gründung einer Kunstschule in München und einer Sommermalschule in Weisham bei Prien langsam wieder zusammen. Den Dienst des Lehrenden führt Maxon bis zu seinem Tod 1971 weiterhin intensiv aus. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg, während dem er – als entartet eingestuft - nur im Verborgenen produzieren konnte, war es Maxon, der in Prien 1945 den Kulturkreis Chiemsee ins Leben rief und daraufhin die erste deutsche Kunstausstellung nach dem II. Weltkrieg initiierte.

Maxons Malerei besticht nicht durch das Zusammenspiel vieler komplementär zueinander stehender Farben. Seine Bilder sind in beherrschten, natürlichen Tönen gehalten. Maxons Malerei überzeugt vielmehr durch ihre Harmonie  - oder, wie im Falle des Documentum humanum, durch geplante Disharmonie. Die Ausdrucksstärke seiner Bilder und die Aussagekraft, die hinter diesen steht, bilden das künstlerische Charakteristikum des von Maxon Dargestelltem. Hierbei verstand er es, sich von medialer Beschränkung zu befreien und sich auf mannigfaltigste Weise zu verwirklichen. Neben vielerlei kleinformatigen Gemälden schuf Maxon ebenfalls Zeichnungen, Fresken und gar eine eigene, kleine Kapelle in Weisham. Letzteres war dem Bayreuther, der in Weisham bei Prien seine zweite Heimat gefunden hat, aber auch durch den Beruf des Vaters (Bauamtsleiter) in die Wiege gelegt.

Aber nicht nur Architekturbilder, die er auf seine Reisen fertigte, waren ihm ein besonderes Anliegen, sondern gleichfalls auch seine Aktstudien – eine Ode an das weibliche Geschlecht und gleichzeitig der Versuch dem menschlichen Körper gleichzukommen. „Er liebte diese Akte, die er immer wieder ausstellen wollte, wohl weil sie ihm seine eigene Könnerschaft stets aufs Neue bestätigten."[1] Als ihm 1954 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse in „Würdigung der künstlerischen Arbeit und für hervorragende Verdienste auf kulturpolitischem Gebiet"[2] verliehen wird, offenbart er in seiner Dankesrede die Stellung, die die Kunst ein seinem Leben einnimmt: „Wir Künstler haben die Verpflichtung, im ganzen Leben dem Positiven zum Durchbruch zu  verhelfen, denn ohne Kunst wäre unser Leben arm."[3]

Franz Emanuel Maria Gailer


[1] Heinrich Frieling: Wilhelm G. Maxon (1894 – 1971), Prien  o.J., S. 2.
[2] Christine Wallner: Wilhelm Georg Maxon. 1894 – 1971, in: Kat. Ausst. Wilhelm Georg Maxon und sein Dokumentum Humanum, Prien 2012, S. 5.
[3] Ebd.

Rekonstruktion des Künstlerateliers von Wilhelm Georg Maxon (mit Versatzstücken)
Sonderausstellung 2013 in der Städtischen Galerie Rosenheim
Ausstellungsraum Wilhelm Georg Maxon
2013 Städtische Galerie Rosenheim

Akt an der Waschschüssel
Öl/Karton | 1949 | 40 x 32 cm

Akt, hockend
Öl/Hartfaser | 1957 | 32 x 40 cm

 

Akt am Waschtisch, Rückenansicht
Öl/Hartfaser | 1955 | 40 x 32 cm

 

Geborgen (Entwurf für ein Mosaikbild)
Tempera | um 1955 | 93 x 61 cm

 

Lebensbaum (Entwurf für ein Mosaikbild)
Tempera | 1955 | 109 x 65 cm

 

Akt
Tusche, coloriert | 1955 | 40 x 32 cm

 

Sich Entkleidende
Tusche, coloriert | 1955 | 40 x 32 cm

 

Akt in Gelb
Pinsel, coloriert | 1956 | 32 x 40 cm

 

Maler bei der Arbeit
Kohle, laviert | 1951 | 31 x 44 cm

Maler im Atelier
Tusche, laviert | 1956 | 32 x 40 cm

Paar in Rosa
Tusche, coloriert | 1955 | 32 x 40 cm

Akt, stehend
Tusche, Kohle | 1965 | 63 x 45 cm

Liegender Akt
Öl/Hartfaser | 1962 | 52 x 64 cm

Hockender Akt
Öl/Hartfaser | 1959 | 50 x 40 cm

Paris - Sacré-Cœur am Montmartre
Öl/Hartfaser | um 1950 | 54,5 x 70 cm

Akt am Waschtisch, Rückenansicht
Öl/Hartfaser | 1955 | 40 x 32 cm

Akt, liegend
Öl/Karton | 1951 | 32 x 40 cm

Akt am Spiegel
Öl/Karton | 1949 | 40 x 32 cm

Akt an der Badewanne
Öl/Karton | 1951 | 40 x 32 cm

Akt, liegend
Öl/Karton | 1952 | 32 x 40 cm

Akt am Waschtisch, Rückenansicht
Öl/Karton | 1949 | 40 x 32 cm

Akt mit verschränkten Armen
Öl/Hartfaser | 1951 | 40 x 32 cm