Joseph Wopfner

   Foto Joseph Wopfner  


15. Oktober bis 18. Dezember 1983
Ausstellung der Galerie Gailer GbR im Muggli-Haus Bad Aibling

28. März bis 27. April 1997
Ausstellung der Inselgalerie Gailer GbR in der Inselgalerie Frauenchiemsee


Joseph Wopfner
1843 Schwaz in Tirol - 1927 München


Der "Inselkönig"

Der österreichische Maler Joseph Wopfner kam 1860 nach München, wo er als Stubenmaler und dann als Lithograph arbeitete. 1864 trat er in die Münchner Akademie ein. Dort war er zeitweise Schüler von Karl Theodor von Piloty, nahm aber auch Impulse der Freilichtmaler, wie von Eduard Schleich d.Ä. auf.

1873 beteiligte er sich an der Gründung der Münchner Künstlervereinigung „Allotria“. 1885 wurde Wopfner Ehrenbürger von Schwaz, im Jahr darauf von Frauenchiemsee. Neben vielen anderen Ehrungen wurde er 1888 mit dem Professorentitel und 1890 mit einer Goldmedaille auf der Glaspalast-Ausstellung ausgezeichnet. Wopfner gehörte zu jenem Kreis von Künstlern, die beim Prinzregenten Luitpold als Jagdgäste verkehrten. Auch mit Wilhelm Leibl, der ein radiertes Porträt von ihm schuf, war Wopfner befreundet. 1914 nahm er die bayerische Staatsbürgerschaft an.

Seit 1872 verbrachte Wopfner die Sommermonate regelmäßig auf Frauenchiemsee. Er beschränkte sich zeitlebens fast ausschließlich auf die Darstellung der Chiemseelandschaft und der bildlichen Charakterisierung der dortigen Bevölkerung. Seine Bilder waren derart begehrt, daß er oftmals Sujets nur geringfügig variierte. So existieren beispielsweise von dem besonders beliebten Motiv „Ave Maria“ wenigstens 25 Wiederholungen. Am Kolorit und Farbauftrag wird Wopfners Orientierung an den Malern von Barbizon augenscheinlich. In seinen kleinen, stillen Landschaftskompositionen mit ihrer zarten, stimmungsvollen Atmosphäre ist er vor allem Camille Corots Paysage intime mit ihrem silbergrauen Grundton verbunden, der durch wenige Farbakzente aufgelockert wird.

Franz Xaver Maria Gailer

„… Daß Wopfner der große Landschafter geworden ist, als den wir ihn heute und mehr denn je, schätzen, verdankt er nicht zum wenigsten dem Umstand, daß er den Mut gehabt hat, sich zu seinen Motiven zu bekennen. Oder richtiger: zu seinem Motive, denn wenn er auch am Walchensee, am Bodensee, in Tirol, an den italienischen Seen usw. gemalt hat und einige seiner besten, alten Bilder Motive aus den genannten Gegenden zeigen, so ist doch der Chiemsee sein Spezialgebiet und unerschöpfliches Motivreservoir geworden. Nennt man das bayerische Meer, so denkt man gewiß auch an Max Haushofer, Karl Raupp und einige andere, aber zunächst und am längsten an Wopfner. So, wie er die Fraueninsel, seine Schiffer und Fischer, seine Frauen, seine Nonnen und den See um die Insel gesehen und gemalt hat, so lebt sie in der Erinnerung eines jeden, der die Insel kennt. Wir kommen nach langen Jahren wieder einmal hin, sehen auf dem spiegelglatten Wasser oder auf schaumbekränzten Sturmwellen einen Fischerkahn, und sofort ist das Wort auf unseren Lippen: Ein Motiv wie von Wopfner! So sehr ist seine Art, gewisse Dinge zusammenzusehen, in das Bewußtsein der Allgemeinheit übergegangen. Es wird lange dauern, bis wieder einer kommen wird, der uns mit der gleichen suggestiven Kraft wie Wopfner seinen Eindruck von dieser einzigartigen Landschaft aufzwingen wird. Und das wird nur einer können, der den Chiemsee ebenso objektiv, mit ebensolcher Wahrheitsliebe und mit der nämlichen Fähigkeit der Einfühlung in das Besondere, in die Seele dieser Landschaft sehen und malen wird. Also einer, dem die Sache, das Motiv wichtiger ist als seine subjektive Meinung davon. Man könnte auch sagen: einer, der den Chiemsee ebenso gründlich kennt und ebenso herzlich liebt, wie es Wopfner getan hat. Die Voraussetzung dazu aber ist, daß eine bestimmte Landschaft und eine Seele, die sie in sich aufnimmt und mit den Mitteln der Malerei wieder aus sich heraus projiziert, den gleichen Klang, dieselbe Grundstimmung haben. Bei Wopfner, der allerdings von Haus aus ein Tiroler und für den der Chiemsee nur die Wahlheimat war, ist das trotzdem in einem seltenen Grade der Fall gewesen.

        Und das ist der Grund, weshalb die Begriffe Chiemsee, beziehungsweise Fraueninsel und Wopfner heute schon fast gleichbedeutend sind. Was Wopfner besonders klar gesehen und glücklich gestaltet hat, sind Luft und Licht gewesen. Seine Bilder sind meist mit erstaunlich geringem Aufwand an Mitteln gemalt. Aber es ist alles da: das ganze, unendlich reich abgestufte Ensemble von Himmel und Wasser mit den Wolken, der Spiegelung, die gerade am Chiemsee oft bezaubernd ist, oder mit Gewitter- oder Regenstimmungen, die dort von ungeahnter Großartigkeit sein können. Und ebenso unbestechlich und sicher ist Wopfners Auge gewesen, wenn er die Bewohner der Insel als sogenannte Staffagen in seine Bilder gemalt hat. Das sind keine Salonfischer und –schiffer, gesehen von einem Städter mit romantischen, sentimentalen Anwandlungen, sondern von einem, der ihnen im Grunde seiner Natur verwandt ist, der sie liebt, lange mit ihnen gelebt hat, ihr hartes und karges Leben kennt und darum auch genauestens über sie Bescheid weiß. Jedenfalls ist das immer etwas fatal klingende Wort Staffage bei diesen Figuren schon deshalb nicht recht angebracht, weil sie nicht in die landschaftliche Umgebung hineingesetzt, sondern organisch aus ihr herausgewachsen und deshalb vollständig mit ihr eins geworden sind.

        Josef Wopfner ist am 19. März 1843 in Schwaz in Tirol geboren. 1860 kam er nach München. Später finden wir ihn, nach mancherlei Umwegen, bei Piloty, wo er Leibl kennenlernte. Dieser vermittelte ihm die Bekanntschaft mit Courbet, der 1872 in München ausgestellt und alle empfänglichen, jungen Gemüter revolutioniert hat. Im gleichen Jahre betrat Wopfner zum ersten Male die Fraueninsel im Chiemsee. Und damit war zu einer künstlerischen Entwicklung der Grund gelegt, die, genau genommen, erst mit dem Tode Wopfners (Juli 1927) ihr Ende fand. Denn dieser Meister der Landschaft ist nicht stillgestanden, wie vielleicht mancher glauben mag, der nur seine Ausstellungsbilder gekannt hat.

        In seinen Studien lebt oft ein ganz anderer, ausgesprochen impressionistischer Wopfner, der auf seine Weise sich mit den Errungenschaften der letzten Jahrzehnte auseinandergesetzt hat, ohne deshalb jemals sich selbst und seine Persönlichkeit zu verleugnen. Schade ist nur, daß Wopfner diese Studien, die nach anderen Begriffen fertige Bilder sind, nie gezeigt hat, da er sie in seiner übergroßen Bescheidenheit für nichts Besonderes hielt. Heute müssen sie uns dazu dienen, im Zusammenhalt mit den Bildern unser Urteil über Wopfner zu ergänzen und in mancher Beziehung zu revidieren. Das gleiche gilt von seinen prachtvollen Zeichnungen und Aquarellen, die er nur für sich selbst, als echte Studien, gemacht hat und in denen eine geradezu ungeheuere Summe von Fleiß, Ausdauer und Hingabe investiert ist. Man könnte ganze Tage mit ihrer Durchsicht verbringen. Sie gehören zu dem Schönsten und Vielseitigsten, was von den Künstlern der Zeit Wopfners geschaffen worden ist. Und man darf schon sagen, daß keiner Wopfner wirklich kennt, der von diesem überreichen Schatz an landschaftlichen und figürlichen Studien nicht wenigstens einen Teil gesehen hat …“

Richard Braungart
(Vorwort im Ausstellungskatalog „Nachlass-Ausstellung Prof. Josef Wopfner“ in der Ständigen Kunst-Ausstellung der Münchener Künstler-Genossenschaft, München 1929)

                    

Überfahrt der Mönche
Öl/Holz | 1881 | 18,1 x 34,2 cm

       
Joseph Wopfner Chiemseefischer
Öl/Holz | um 1883 | 11 x 15 cm

Überfahrt am Chiemsee bei aufziehendem Gewitter
Öl/Holz | um 1890/95 | 13,9 x 18 cm

       
Joseph Wopfner Fronleichnamsprozession
Öl/Karton | um 1921 | 15 x 21 cm
Joseph Wopfner "Was kostet der Fisch?"
Öl/Leinwand | um 1920 | 34 x 51 cm
  Kühe auf der Herreninsel
Öl/Leinwand/Karton | 1921 | 13,2 x 18 cm
Joseph Wopfner Chiemseefischer, Netze zum Trocknen aufhängend
Öl/Holz | 1917 | 20,6 x 37,2 cm
Joseph Wopfner Ährenleserinnen
Öl/Karton | 1917 | 20 x 35 cm
  Heuboot im Sturm
Öl/Holz | um 1890 | 25 x 35 cm
Joseph Wopfner Fischerboote
Öl/Holz | um 1910 | 15,8 x 21,1 cm
Joseph Wopfner Torfstich bei Harras
Öl/Leinwand/Karton | um 1915 | 15 x 21,5 cm
  Heuschiff auf dem Chiemsee
Öl/Holz | 1914 | 12 x 33 cm
Joseph Wopfner Uferpartie auf der Fraueninsel mit Anglerin
Öl/Leinwand/Karton | um 1900 | 29,5 x 37,5 cm
Joseph Wopfner Herreninsel mit Kampenwand
Öl/Leinwand/Karton | um 1890 | 30 x 38 cm
  Fronleichnamsprozession auf dem Chiemsee
Öl/Leinwand | um 1919 | 35 x 55 cm
Joseph Wopfner Chiemseefischer
Öl/Holz | um 1883 | 18,2 x 34,4 cm
Joseph Wopfner Chiemseefischer
Öl/Holz | um 1890 | 12 x 16 cm
Joseph Wopfner Chiemseefischer
Öl/Karton | um 1900 | 16 x 21 cm
Joseph Wopfner Bei Harras am Chiemsee
Öl/Leinwand/Karton | um 1900/05 | 15,9 x 21,5 cm
Joseph Wopfner

Beim Auswassern
Öl/Leinwand/Holz | 1915 | 9,5 x 17,8 cm

Joseph Wopfner Chiemseefischer
Öl/Holz | um 1910 | 15,5 x 20 cm
Joseph Wopfner Chiemseefischer
Öl/Holz | 1899 | 30 x 40,5 cm
Joseph Wopfner Schilfschneider am Chiemsee
Öl/Holz | 1907 | 15 x 22 cm
Joseph Wopfner Herreninsel
Öl/Leinwand/Karton | um 1884 | 16 x 21,4 cm
Joseph Wopfner Gewitter am Chiemsee
Öl/Karton | 1887 | 37 x 62 cm
Joseph Wopfner Spaziergänger am Kochelsee
Öl/Leinwand/Karton | um 1900 | 30 x 38,7 cm
Joseph Wopfner Feldarbeit am Chiemsee
Öl/Leinwand/Karton | um 1900 | 19 x 20,4 cm
Joseph Wopfner Gewitterstimmung
Öl/Leinwand/Karton | um 1900/05 | 28,7 x 37,2 cm
Joseph Wopfner Fischerglück
Öl/Karton | um 1890 | 15 x 20 cm
Joseph Wopfner

Heuschiff am Chiemsee
Öl/Holz | 1913 | 28,7 x 36 cm

Joseph Wopfner Fischer beim Reparieren der Boote am Ufer
Öl/Holz | um 1889 | 6,6 x 10,2 cm
Joseph Wopfner Wiesenstück
Öl/Leinwand/Karton | um 1901 | 22,5 x 35 cm
Joseph Wopfner Fronleichnamsprozession
Öl/Holz | um 1900 | 15,1 x 22 cm
Joseph Wopfner

Chiemseefischer
Öl/Leinwand | um 1900 | 46 x 66 cm

Joseph Wopfner Bauerngarten
Öl/Leinwand/Karton | um 1891 | 13,9 x 14,6 cm
Joseph Wopfner Inselgarten
Öl/Leinwand | 1914 | 28,5 x 36,5 cm
Joseph Wopfner Überfahrt im Heuboot
Öl/Holz | 1922 | 13,5 x 17,5 cm
Joseph Wopfner Am Chiemsee
Öl/Leinwand | um 1920 | 46,5 x 58 cm
Joseph Wopfner Gewitterstimmung am Chiemsee
Öl/Holz | um 1910 | 21,9 x 41,3 cm
Joseph Wopfner Fronleichnamsprozession auf dem Chiemsee
Öl/Holz | um 1900 | 10,3 x 19,5 cm
Joseph Wopfner Angler am Steg
Öl/Leinwand/Karton | um 1910 | 33 x 27 cm
Joseph Wopfner Überfahrt am Chiemsee
Öl/Karton | um 1915 | 21,5 x 25 cm
Chiemseefischer am herbstlichen Ufer
Öl/Karton | 1910/15 | 28 x 36,5 cm
       
Joseph Wopfner Beim Torfabladen
Öl/Leinwand | 1899 | 16 x 43 cm
Joseph Wopfner Fischerfamilie am Chiemsee
Öl/Karton | um 1900 | 35 x 50 cm
Joseph Wopfner Aveläuten
Öl/Karton | um 1900 | 20 x 29 cm
 Joseph Wopfner Chiemseefischer bei der Ausfahrt
Öl/Holz | 1915 | 12,1 x 21,4 cm
 Joseph Wopfner Landung eines Heuschiffs am Chiemsee
Öl/Karton | 1914 | 12,5 x 31,5 cm
 Joseph Wopfner Ausfahrt der Fischer am Chiemsee
Öl/Leinwand | 1917 | 31 x 37 cm
 Joseph Wopfner Frau mit Gießkanne am Bootssteg
Öl/Leinwand/Karton | um 1887 | 32,5 x 44 cm
 Joseph Wopfner Heuernte am Chiemsee
Öl/Holz | um 1890 | 19,7 x 40 cm
Joseph Wopfner Heuernte am Chiemsee
Öl/Karton | um 1915 | 17,5 x 30,5 cm
  Kartoffelernte
Öl/Leinwand/Karton | um 1910/15 | 16,2 x 18,5 cm
Joseph Wopfner Nebelstimmung am Chiemsee
Öl/Leinwand | 1910 | 46 x 66 cm
Joseph Wopfner Morgenstimmung auf der Fraueninsel
Öl/Karton | um 1900 | 36 x 51 cm