Erich Glette

 Erich Glette


Eine Auswahl vergangener Ausstellungsexponate


Erich Glette
1896 Wiesbaden - 1980 Prien am Chiemsee


Brasilianische Erbanlagen

"Es ist bekannt, daß Erich Glette kaum ein Bild direkt vor der Natur malte. Er verwirklichte in seinen Werken die Welt, wie er sie geistig vor sich sah. Es drängte ihn, Menschen, Landschaften und Stillleben nach dieser Vorstellung zu malen. In einem von ihm verfaßten Dialog schreibt er:
»... Die Vergeistigung kann nur aus der größten Spannung zwischen Vorstellung und Gegebenheit, zwischen Himmel und Erde erwachsen... Je inniger ein Künstler auf seinem Weg von der abstrakten Idee zu Dingen und Menschen zurückkehrt, desto größer wird die Vergeistigung der Materie ausfallen. Dazu bedarf es der Liebe. So wie ein Mensch vom Traum heimfinden muß zur Wirklichkeit, so muß der Künster heimfinden von der abstrakten Idee zu dem Bild, das er malt, zu dem Werk das er schafft.« Seine Bilder sind ganz und gar vom Malerischen her bestimmt. Kein starres Schema, sondern ein stürmisches, bisweilen auch etwas ruhigeres Strömen der Farben beherrscht seine Darstellungen. Er wollte stets eindrucksvolle Gemälde schaffen,  nie das überkommene Abbild. Kunst war für ihn auf diese Weise eine From des gesteigerten Ausdrucks."

Fritz Aigner
(Aus: Aigner, Fritz: Maler am Chiemsee, Prien 1983, S. 348)

"Er besuchte nach dem humanistischen Gymnasium das Realgymnasium in Nürnberg bis zum Abitur. 1914 fan sein erster Besuch in Brasilien statt, wo der Vater eine Kaufmannsniederlassung in Rio de Janeiro hatte. Nach kurzem Studium an der Technischen Hochschule in München verschrieb sich Glette 1916 ganz der Malerei. Mit dem Schweizer Maler Martin Lauterburg verband ihn eine enge Freundschaft. Er pflegte mit ihm dne ständigen Austausch künstlerischer Ideen, und die beiden sparten nicht mit gegenseitiger Kritik. Er bekannte selbst, daß er durch das Zusehen bei der Anfertigung von Lauterburgs Arbeiten das meiste gelernt hat. 1922 stellte er erstmals bei der Neuen Sezession in München aus und wurde einige Jahre später deren Mitglied. 1924/25 folgte ein zweiter Aufenthalt in Rio de Janeiro, wo Glette starke Eindrücke mit nach Hause nahm. Der Anfang einer selbstständigen Gestaltungsweise zeichnete sich ab. Von 1925 bis 1934 war er freischaffender Künstler in München. 1927/28 malte er die Kirche in Döllnitz bei Nabburg aus. 1934/36 ergab sich ein dritter Aufenthalt in Rio de Janeiro. 1936 erhielt der Maler Ausstellungsverbot durch die »Reichskulturkammer«. Durch Bombenangriffe verlor der Künstler 1943 seine Münchner Wohnung, er zog nach Gstadt am Chiemsee. 1951 erfolgte die Berufung als Professor an die Münchner Akademie der Bildenden Künste, 1959 wurde Glette ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 1961 erwarb er ein Bauernhaus in Marquartstein, das er bis zum Tod bewohnte. 1974 erhielt er das Bundesverdienstkreuz und den Seerosenpreis der Stadt München."

Fritz Aigner
(Aus: Ebenda, S. 364.)


Erich Glette "Wer ist die Schönste?"
Öl/Karton | um 1965/70 | 38 x 51 cm

Chiemsee
Öl/Leinwand | um 1970 | 50 x 70 cm

  Strauß mit Margeriten im Atelier
Öl/Leinwand | um 1940 | 70 x 100 cm
Erich Glette Romantische Landschaft
Öl/Leinwand | um 1962 | 81 x 100 cm
Erich Glette Krug mit Schwertlilien
Öl/Leinwand | um 1940 | 59 x 44 cm
Erich Glette Gabi mit dem roten Faden
Öl/Leinwand | 1935 | 71,5 x 51 cm
Erich Glette Heilige Familie auf der Flucht
Öl/Karton | um 1945/50 | 33 x 46 cm
Erich Glette Großes Stillleben mit Hecht
Aquarell | 1937 | 47 x 62,5 cm
Geraniensträußchen
Öl/Karton | um 1940 | 31 x 22 cm
Erich Glette Inntallandschaft mit Flucht und Engel
Öl/Leinwand | 1969 | 77 x 100 cm
Erich Glette Münchner Biergartenszene
Öl/Leinwand | um 1940
  Flaschenstillleben
Öl/Leinwand | 1965/70 | 40,5 x 50,5 cm
Tischgesellschaft mit Kuh
Öl/Leinwand | 1960 | 96 x 78 cm
  Atelierstillleben
Öl/Leinwand | um 1965 | 50,5 x 60,5 cm