Willi Geiger

 Willi Geiger


Eine Auswahl vergangener Ausstellungsexponate


Willi Geiger
1878 Schönbrunn bei Landshut - 1971 München


Mit spanischem Temperament

"München erlebte gerade seine goldenen Jahre, als Willi Geiger 1901 in die Akademie eintrat. In der Kunst hatte sich die erste revolutionäre Bewegung bereits durchgesetzt: die Sezession der Impressionisten war glaspalastfähig geworden. in den drei Lehrjahren bei Franz von Stuck wurden Pascin, Levy und Purrmann Geigers Freunde, die wie er die Aktmalerei pflegten. Geiger wandte sich aber immer stärker der Graphik zu, seine anfängliche Neigung zur Farbe verblaßte fast vollkommen. Die Besonderheit seiner künstlerischen Entwicklung ergab sich aus der Begegnung mit der Kunst und der Landschaft Spaniens. Daraus erwuchs Geigers eigentümliche Note im deutschen Expressionismus: eine leidenschaftliche, psychologische und politisch-satirische Schärfe. Berühmt machten ihn seine graphischen und illustrativen Arbeiten (Mappenwerke von spanischen Stierkämpfern und Bilder nach Greco, Illustrationen von Weken Dostojewskis, Tolstois, Balzacs usw.). Seit dem Erwerb eines kleinen Anwesens in der Feldwies am Chiemsee im Jahre 1932 wandte sich Geiger wieder immer mehr der Malerei zu, und die flammende Farbigkeit apokalyptischer Geschichte sublimierte sich in Blumenbildern und Stillleben zu immer lichteren, transparenteren Tönen."

Fritz Aigner
(Aus: Aigner, Fritz: Maler am Chiemsee, Prien 1983, S. 346)

"Der Sohn eines Lehrers besuchte die Kunstgewerbeschule und anschließend die Technische Hochschule in München, an der er das Staatsexamen als Zeichenlehrer ablegte. Von 1903 bis 1905 studierte er an der Akademie, wo Franz von Stuck für Malerei und Peter Halm für graphische Technik seine Lehrer und Hans Purrmann, Rudolf Levy und Jules Pascin seine Mitschüler waren. 1905 wurde Geiger mit dem Graf-Schack-Preis ausgezeichnet. Von 1907 bis 1909 lebte er in München und erhielt 1910 den Villa-Romana-Preis. Seine Reisen führten ihn nach Florenz, Rom und Madrid, wo ihn Bilder und Grafiken Goyas und Grecos stark beeindruckten. 1920 erwarb er in Feldwies am Chiemsee ein altes Bauernhaus. 1920/22 lehrte er als Professor an der Kunstgewerbeschule in München. Abermals bereiste er Spanien und die Kanarischen Inseln. In München freundete er sich mit Heinrich und Thomas Mann, Rainer Maria Rilke und Richard Dehmel an. 1928 wurde er an die Akademie für Graphische Künste in Leipzig berufen. In dieser Zeit wandte er sich der Malerei zu. Die Entlassung aus politischen Gründen im Jahre 1933 führte zur Rückkehr nach München und Feldwies am Chiemsee. Von 1945 bis 1950 war Geiger wieder Professor an der Akademie in München und erhielt 1951 den Kulturpreis der Stadt. 1948 erhielt er in Landshut das Ehrenbürgerrecht. Er war Ehrenmitglied des Senats der Münchner Akademie. Bei Willi Geiger steht das graphische Werk gleichwertig neben dem des Malers."

Fritz Aigner
(Aus: Ebenda, S. 363.)


  Die "Bax" in Feldwies
Öl/Leinwand | 1933 | 56 x 70,5 cm
Willi Geiger Sommerblumen in Feldwies
Öl/Leinwand | 1931 | 116 x 74 cm
  Stillleben mit Früchteschale
Wachskreide | 1959 | 36 x 48 cm
Willi Geiger Strauß mit Calla und Sonnenblumen
Öl/Leinwand | 1961 | 97 x 65,5 cm
  Sommerblumenstrauß
Öl/Leinwand | 1929 | 77 x 58 cm
Willi Geiger Feldwies
Aquarell | 1937 | 50 x 68 cm
Willi Geiger Blumenstück II
Öl/Leinwand | 1963 | 96 x 72 cm
Willi Geiger Stillleben mit verdörrrter Sonnenblume
Öl/Leinwand | 1963 | 48 x 40 cm
Willi Geiger Bauerngarten in Feldwies
Aquarell | 1935 | 50 x 69,5 cm
Komposition mit Blumen
Öl/Leinwand | 1965 | 70 x 55 cm
Sommerblumen
Öl/Leinwand | 1940 | 60,5 x 40,5 cm
Blumen am Abend
Öl/Leinwand | 1966 | 70 x 60 cm