Josef Wenglein

 


Eine Auswahl vergangener Ausstellungsexponate


Josef Wenglein
1845 München - 1919 Bad Tölz


Einer der letzten großen Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts

"Josef Wenglein, der 1872 erstmals mit seinem Lehrer Adolf Lier an den Chiemsee kam, hat sich diesem besonders in der Wahl der Motive angeschlossen. Sie stammten hauptsächlich aus dem Isartal und der bayerischen Hochebene. Durch die Beschränkung auf ein begrenztes Gebiet war es Wenglein gelungen, die Eigentümlichkeit dieser Landschaft zu ergründen, in der die Sonne zu Frühjahrs-, Spätsommer- und Herbstzeit ständig einen Kampf mit dem aus Wiesen, Mooren und Flußtälern aufsteigenden Wasserdunst führt. Selbst kahlen, reizlosen Partien wußte der Künstler durch die Mannigfaltigkeit der grauen, gelben und bräunlichen Töne in seinen Bildern koloristische Reize abzugewinnen. [...]

Er studierte an der Münchner Akademie von 1866 bis 1870 bei Johann Gottfried Steffan, und seit 1870 gehörte er neben seinen Mitschülern Gustav Schönleber und Hermann Baisch der Malschule Adolf Liers an. Im Studium bei Lier bildete sich Wenglein im Sinne jenes malerischen Realismus, der die Münchner Landschaftskunst in den letzten beiden Jahrzehnten vor der Jahrhundertwende bestimmte. Dem Einfluß Eduard Schleichs d. Ä. konnte sich kaum ein Maler dieser Zeit entziehen. Auch Wengleins reiche Palette und seine feine Behandlung von Licht und Luft verdankte er den Anregungen Schleichs. Wenglein war, zusammen mit der Lier-Schule, mehrmals in Pang und Aising bei Rosenheim und am Chiemsee. Lier berichtet in einem Brief vom 3.9.1872 aus Übersee, daß Baisch mit der Tante (Scherzwort für Wenglein) heute den Hochgern bestiegen habe. 1883 erhielt Wenglein den Professorentitel und wurde 1886 Ehrenmitglied der Münchner Akademie. Wenglein war der Maler der Isar-Auen, der einsamen Hochebenen und Moore im bayerischen Alpenvorland. Die helle, freundlich blaue Seenlandschaft scheint seinem Wesen nicht sehr entsprochen zu haben. [...] Wenglein gilt als einer der letzten großen Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts."


Fritz Aigner
(In: Aigner, Fritz: Maler am Chiemsee, Prien 1983, S. 182 + 391f.)

Moorlandschaft im Herbst
Öl/Leinwand | 1900 | 34 x 61 cm
  Hütebub bei Pang
Öl/Leinwand | 1878 | 54 x 75 cm
Alte Linden an einem Graben
Öl/Leinwand | 1885 | 90 x 70 cm
Ochsengespann
Öl/Leinwand | 1878 | 37,5 x 56 cm
Am Seeufer
Öl/Holz | 23,5 x 45 cm
Frühling
Öl/Holz | 1885 | 44 x 33 cm
Beeren suchende Kinder im Moor
Öl/Leinwand | 1897 | 74 x 62 cm
Moorlandschaft mit Jägern
Öl/Holz | um 1880 | 26,4 x 34,9 cm