Heinrich Bürkel

 


Eine Auswahl vergangener Ausstellungsexponate


Heinrich Bürkel
1802 Pirmasens - 1869 München


Das Anekdotische in der Naturbetrachtung

"Bilder Bürkels waren schon zu seinen Lebzeiten gesuchte Sammlerstücke des In- und Auslandes. Unter den Käufern finden wir König Tolstoi, Adalbert Stifter und das Kaiserhaus Habsburg. Zwar wurden die Werke Bürkels vornehmlich nicht so sehr durch ihre unbestrittene malerische Qualität populär als vielmehr durch die Gabe des Geschichtenerzählens, durch die Andeutung von Novellen und Anekdoten. Weil aber dieses Anekdotische und Genrehafte bei diesem Künstler nicht Selbstzweck war, sondern der schönen Naturbetrachtung und der malerischen Gesamtstimmung untergeordnet blieb, sind seine Gemälde so anziehend und frisch. [...]

Der zum Kaufmann bestimmte Bürkel wurde 1821 Schüler von Johann Peter von Langer an der Münchner Akademie, bildete sich durch das Kopieren der Meister des 17. Jahrhunderts weiter und durchwanderte ab 1826 das Voralpenland, um dort Studien anzufertigen. 1830/32, 1837 und 1853/54 unternahm er Reisen nach Italien. In Pirmasens, seiner Vaterstadt, glaubte man ihm nicht, daß man mit dem Malen Geld verdienen kann; Er galt dort als ein »
Curiosum«. Tatsächlich hat die Stadt Pirmasens zu Lebzeiten des Künstlers kein Bild von ihm erworben. Bereits 1839 verkaufte er seine Werke nach den USA. 1843 erhielt Bürkel die Ehrenmitgliedschaft der Akademien Dresden und Wien. In diesem Jahr erwarb auch Graf Leo Tolstoi eine »Winterlandschaft« von ihm. 1846 begann die Freundschaft mit Adalbert Stifter, die bis zu dessen Tod im Jahre 1868 dauerte. Eduard Schleich d. Ä. und Karl Spitzweg wurden seine Freunde. Gemäß den Gepflogenheiten jenes Künstlerkreises bat Spitzweg seinen Freund Bürkel wiederholt um Vorzeichnungen typischer Gestalten für seine Bilder. Besonders verwachsen war Bürkel mit seiner Wahlheimat Oberbayern, die ihm von den Malern Max Wagenbauer und Johann Jakob Dorner d. J. zu Studienzwecken empfohlen worden war. Bürkel bildete sich autodidaktisch in der Beobachtung von Land und Leuten. Er erfaßte die Bauern in ihrer Natürlichkeit und biedermeierlichen Behaglichkeit. Bürkel war einer der produktivsten Künstler des 19. Jahrhunderts."

Fritz Aigner
(In: Aigner, Fritz: Maler am Chiemsee, Prien 1983, S. 66 + 360.)

Foto (Ausschnitt) entnommen aus: Bühler, Hans-Peter/Krückl, Albrecht: Heinrich Bürkel. mit Werksverzeichnis der Gemälde, München 1989, S. 2.

Wirtshaus im Gebirge
Öl/Leinwand | um 1860 | 42,5 x 57 cm
Treidler ziehen ein Schiff stromaufwärts
Öl/Leinwand | 1843 | 41 x 54 cm
Wirtshaus auf der Alm
Öl/Leinwand | um 1865 | 27 x 37 cm
Am Starnberger See
Öl/Leinwand | um 1850 | 35,5 x 49,5 cm
Pferdeweide
Öl/Leinwand | um 1827 | 34,5 x 48 cm
Aufgeschreckte Rinderherde in der Campagna
Öl/Leinwand