Franz Roubaud

 Franz Roubaud


Eine Auswahl vergangener Ausstellungsexponate


Franz Roubaud
1856 Odessa - 1928 München


Vom Kosakenreiter bis zum Chiemsee

Der Sohn französischer Emigranten ging 1877 nach München, wo er 1882/83 seine Studien im Atelier von Joseph von Brandt abschloss, nachdem er bereits zuvor an der Münchner Akademie bei Piloty, Otto Seitz und Diez gelernt hatte. Eine Reise nach Tiflis weckte schon früh seine Faszination für den Kaukasus, in den Roubaud in späteren Jahren wiederholt Expeditionen zu Studienzwecken unternahm. Der Maler widmete sich fast ausschließlich der Darstellung kaukasischer Volks- und Kriegsszenen: Truppenzüge, Reitergefechte und Jagden sowie Motive aus dem Tscherkessenleben und orientalische Schauplätze sind typische Sujets. Roubauds Themen kamen in besonderem Maß der Absicht einer pompösen Repräsentation des russischen Reichs entgegen. 1885 erhielt er von der russischen Regierung den bedeutenden Auftrag für einen siebzehnteiligen Schlachtenzyklus, der die kaukasische Ruhmeshalle in Tiflis schmücken sollte. Internationalen Durchbruch erlangte Roubaud 1890 mit seinem ersten monumentalen Rundbild „Erstürmung der Bergfeste Achulgho“, das im Münchner Panoramagebäude an der Theresienstrasse ausgestellt war, bevor es von Zar Alexander III. erworben wurde. Zar Nikolaus II. beauftragte den Maler mit dem großen Panoramagemälde „’Verteidigung Sebastopols“. Nach vorübergehender Lehrtätigkeit 1908 bis 1911 an der Akademie in Sankt Petersburg nahm Roubaud in München die Arbeit an seinem dritten Rundbild mit nationalrussischer Thematik auf, der „Schlacht bei Borodino“.


Franz Xaver Maria Gailer


Bild entnommen aus: Bühler, Hans-Peter: Jäger, Kosaken und polnische Reiter, Hildesheim [u.a.] 1993, S. 142.

  Tscherkessenreiter
Öl/Holz | 1890 | 20,5 x 15 cm
Stiefmütterchen
Öl/Karton | 34 x 27 cm
Gitarre spielender Kosake
Bleistift/Papier | um 1890 | 28 x 21,5 cm
  Regatta am Chiemsee
Öl/Leinwand | 1900 | 47,5 x 68 cm