Otto Pippel

 


Eine Auswahl vergangener Ausstellungsexponate


Otto Pippel
1878 Lodz in Polen - 1960 Garmisch-Partenkirchen


Im Zeichen des Impressionismus

"Alle Bilder Pippels, Darstellungen von Menschen- oder Tiergruppen, Landschaften, Plätzen und Straßen, sind darauf angelegt, die strahlende Magie des Lichts zu erfassen. Er war ein Meister in der Wiedergabe der Licht- und Farbenwerte, die er in der Natur im Wechsel der Gezeiten und Stunden beobachtete. Besonders liebte er das Licht, das über geschlossenen oder offenen Gruppen glänzt oder breitlagernd große Teile der Komposition emporhebt, ohne sie aus dem Zusammenhang des Ganzen zu reißen. Überall ist Licht, hier dienend, dort strahlend. Es bestimmt das Bild, es belebt Bewegung und Handlung. Daher rührt auch die Vorliebe Pippels für Gruppen, die scheinbar in sich ruhend doch in steter Bewegung und Gegenbewegung sind. Pippel verfügte über eine virtuose Maltechnik, die seiner Freilichtmalerei und seinem "luminarischen Impressionismus" entgegenkam. [...]


Sein Studium begann er 1895 an der Kunstschule in Straßburg bei Seder. Er war mit seinen deutschen Eltern von Polen aus dorthin gezogen. Nach der Lehrzeit als Dekorationsmaler und der Ableistung des Militärdienstes setzte er sein Studium in den Jahren 1905/06 an der Karlsruher Akademie bei Fehr und Bergmann, 1907/08 an der Dresdner Akademie fort. Sein Lehrer war dort der bedeutende Maler Gotthart Kuehl. Bei einem längeren Aufenthalt 1909 in Paris vollzog sich bei Pippel die große, entscheidende Wende zum Impressionismus. Im Gegensatz zu vielen anderen Malern, die sich auf einen Themenkreis spezialisierten, umfaßt das Oeuvre von Otto Pippel fast alle Sujets, die in der Malerei dargestellt werden können: sonnendruchflutete Landschaften oder trübe Nebelstimmungen, hell erläuchtete Festsäle und private Szenen in dezentem Kerzenlicht, Architekturbilder, Porträts, Aktdarstellungen, Blumenarrangements, Seen und Hochgebirge sowie Tiere und Menschen in Ruhe und Bewegung. Er war Mitglied der "Luitpoldgruppe" und stellte seit 1912 im Münchner Glaspalast aus. Auf vielen Reisen nach Italien, Frankreich und in die Alpenländer entstanden zahlreiche Naturstudien. [...] Noch als Achtzigjähriger reiste er nach Frankreich und in sein geliebtes Italien, das er bis hinunter nach Sizilien kannte."


Fritz Aigner
(In: Aigner, Fritz: Maler am Chiemsee, Prien 1983, S. 318 + 380.)

Veilchen
Öl/Leinwand | um 1930 | 47 x 42 cm
  Biergarten
Öl/Leinwand | um 1940 |
Wasserburg am Inn
Öl/Holz | 48 x 42,5 cm
Sonntag am Starnberger See (Terrasse des Seerestaurants Undosa in Starnberg)
Öl/Leinwand | 1935 | 48 x 60 cm