Franz von Lenbach

 


Eine Auswahl vergangener Ausstellungsexponate


Franz von Lenbach
1836 Schrobenhausen – 1904 München


Der Münchner Malerfürst


Nach Anfängen des Besuchs einer Gewerbeschule in Landshut und dem Abschluss einer Maurerlehre widmete sich Franz von Lenbach, Sohn eines Baumeisters, seit dem Frühjahr 1852 zusammen mit seinem Freund Johann Baptist Hofner der Malerei. 1853 konnte er in die Münchner Akademie aufgenommen werden, zunächst als Schüler von H. Anschütz, 1857 bei K. Th. Piloty. Bereits ein Jahr später reiste er mit seinem Lehrer und einigen Kommilitonen nach Italien, und dort entstanden naturnahe Werke von Land und Leuten in gleißender Sonne. Nach Deutschland zurückgekehrt, setzte er zunächst seine Freilichtstudien fort und wurde auf Grund dieser Arbeiten Anfang der sechsziger Jahre als Lehrer kurz an die Weimarer Kunstschule berufen. Darauf gewährte ihm Graf Schack ein Stipendium für Italien und Spanien, um dort Meisterwerke von Rembrandt, Rubens und Tizian zu kopieren, was nicht ohne Einfluss auf seine stilistische Entwicklung blieb. Denn seit den siebziger Jahren bediente er sich bei seinen Bildnissen zunehmend einer brauntonigen Patina und heller Lichtbündelungen, wie er sie bei den alten Meistern gesehen hatte. Auch verwendete er bei seinen zahlreichen Porträtaufträgen (unbemerkt) eine Kamera als Hilfsmittel, was wiederum sein zeitgemäßes Bewusstsein dokumentiert. 1875/76 reiste er zusammen mit Makart nach Ägypten. Als einer der Höhepunkte seines gesellschaftlichen und künstlerischen Aufstieges ist die Begegnung mit dem Reichskanzler Fürst von Bismarck 1878/79 zu werten, den er in der Folgezeit sehr häufig malen sollte. Als absoluter Kulminationspunkt seiner Karriere ist sodann der Auftrag zu bewerten, Papst Leo XIII. zu porträtieren. Als Präsident der Münchner Künstlergenossenschaft versuchte er, neuere Kunstbestrebungen zu unterdrücken, was ihm nicht gelingen konnte.
Franz von Lenbach, ein sozialer Aufsteiger allerersten Ranges, hatte eine beispiellose Karriere. Da er zu einem der gefragtesten Bildnismaler seiner Zeit wurde, hatte er Zugang zu Adel und Großbürgertum der Gründerzeit. Die Lenbach-Villa in München am Königsplatz ist Ausdruck seines Lebensstils.
Gemälde von Franz von Lenbach befinden sich im Suermondt-Museum in Aachen, in der Berliner Nationalgalerie, im Museum der bildenden Künste in Budapest, im Düsseldorfer Kunstmuseum, in der Niedersächsischen Landesgalerie in Hannover, in der Münchner Neuen Pinakothek, Schack-Galerie und im Lenbachhaus.

Horst G. Ludwig
(In: Ludwig, Horst G.: Von Achenbach bis Zick. Bilder und Graphiken einer süddeutschen Privatsammlung, München 2009, S. 154.)

Foto entnommen aus: Distl, Dieter/Englert, Klaus: Franz von Lenbach. Unbekanntes und Unveröffentlichtes, Pfaffenhofen 1986, S. 2.

  Magdalena von Lenbach mit Töchtern Erika und Marion
Öl/Leinwand | 1895 | 70 x 100 cm
Vase mit Blumen
Öl/Karton | um 1865 | 51,5 x 33,5 cm
Marion Lenbach
Öl/Holz
Jugendbildnis des Kronprinzen Rupprecht (1869 - 1955)
Öl/Holz | 1874 | 47,5 x 33,5 cm